Warum der Betriebsrat wichtig ist.
Der Betriebsrat ist die Stimme der Belegschaft im Betrieb. Durch viele Rechte und Mitsprachemöglichkeiten gestaltet er die großen Entwicklungslinien der Leipziger Verkehrsbetriebe maßgeblich mit. Aber auch im Kleinen unterstützt er Beschäftigte bei persönlichen Anliegen und Konflikten.
Wir haben großen Respekt vor den Errungenschaften des aktuellen Betriebsrats und wollen das Gremium mit neuen Impulsen und starker gewerkschaftlicher Perspektive bereichern.
Wofür wir uns einsetzen wollen.
Für die Beschäftigten.
Wir machen uns stark für gute Arbeitsbedingungen und unterstützen Beschäftigte konsequent. Wir haben immer ein offenes Ohr für Anliegen aus dem Kollegium.
Für Transparenz und Beteiligung.
Wir sehen, dass größere Teile der Belegschaft nicht gut über eigene Rechte, Betriebsvereinbarungen und die Arbeit des Betriebsrates informiert sind. Das ist besonders schade, da der aktuelle Betriebsrat echte Errungenschaften vorzuweisen hat. Um die Lage zu verbessern, wollen wir die Präsenz als Betriebsräte auf den Höfen erhöhen und neue Kommunikationskanäle erschließen. Eine gut informierte Belegschaft kann besser bei aktuellen Themen einbezogen werden. Als Tarifbotschafter:innen haben wir in der Tarifrunde 2026 gute Erfahrungen mit Rückkopplung gemacht und wollen dieses Grundprinzip weitertragen.
Stärken wollen wir außerdem die Betriebsversammlungen: Dort wollen wir eine höhere Beteiligung und mehr Arbeitnehmerperspektive erreichen.
Für ein gutes Betriebsklima.
Die Belegschaft der LVB ist sehr divers. Unterschiedlichste Herkünfte und Werdegänge, verschiedene Altersgruppen und Identitäten treffen im Betrieb aufeinander und halten gemeinsam die Stadt am Laufen. Leider ist diese Vielfalt auf dem Betriebshof häufig nicht so gut sichtbar. Viele Kolleg:innen - z.B. junge, weibliche oder migrantische Beschäftigte - meiden bewusst Sozialräume, eigentlich Orte des Miteinanders. Mal fehlen nur Anknüpfungspunkte, häufig genug sind es aber auch rassistische und sexistische Äußerungen, die Teile des Kollegiums aus Sozialräumen fernhalten. Wir wollen Ansprechpartner für Betroffene sein und Lösungen finden, um das Betriebsklima in dieser Hinsicht zu verbessern. Von einem gestärkten Zusammenhalt im Kollegium profitieren alle Beschäftigten!
Für gute Sozialräume und Toiletten.
Pausenräume sollten Orte der Erhohlung sein, doch im Hinblick auf Ausstattung und Einrichtung ist das leider häufig nicht der Fall. Während einige gut ausgestattet und angenehm eingerichtet sind (z.B. Angerbrücke oder Zentrale), verfügen andere nicht einmal über eine Mikrowelle, um eine Mahlzeit warm zu machen. Wir wollen den Mindeststandard für Pausenräume im Betrieb anheben.
Gleiches gilt für die hygienische Situation an Toiletten. Einige Linien sind angesichts der Toilettensituation vor allem Frauen im Kollegium nicht zuzumuten. Hier braucht es Verbesserungen! Weiterhin sollten Hygieneprodukte für Frauen auf allen Toiletten bereitgestellt werden.
Für mitarbeiterfreundliche Dienstplanung.
Der Zuschnitt von Kursfahrplänen und Diensten ist ausschlaggebend für die Belastung im Arbeitsalltag. Wir wollen realistische Fahrtzeiten und Wendezeiten, die auch im Berufsverkehr ein Mindestmaß an Erhohlung zulassen. Wir wollen angemessene Vorbereitungszeiten, die sicheren und fahrgastfreundlichen Verkehr garantieren. Aktuell sehen wir Beschäftigte im Fahrdienst vor die Entscheidung gestellt, entweder Freizeit zu opfern, Fahrzeuge nicht angemessen vorzubereiten oder verspätet auszurücken. Bei Ablöseorten ohne Pausenraum sollte die Zeit zum nächstgelegenen Pausenraum als Wegezeit hinterlegt sein.
Für gute Dienstkleidung.
Das Punktesystem für Dienstkleidung muss ausgeweitet werden. Fast ein Jahr alle Punkte für eine Jacke sparen ist schlichtweg zu viel.
Für eine starke Gewerkschaft im Betrieb.
Als aktive Gewerkschaftsmitglieder wollen wir eine stabile Verbindung zwischen Betriebsrat und gewerkschaftlicher Betriebsgruppe herstellen. Wir wollen die gewerkschaftliche Organisierung im Betrieb stärken. Auf etwaigen Arbeitskämpfen wollen wir Präsenz zeigen.
Wie diese Liste entstanden ist.
Ende letzten Jahres enstand das Bestreben, für die anstehenden Betriebsratswahlen eine klar gewerkschaftliche Liste mit Aktiven der Betriebsgruppe zu formen. Dafür wurden viele Aktive angesprochen und die Liste auf mehreren Treffen erarbeitet. Im März 2026 wurde diese Liste auf der ver.di-Mitgliederversammlung von den teilnehmenden Gewerkschaftsmitgliedern der LVB gewählt.
Während einige von uns schon sehr lange gewerkschaftlich aktiv sind, haben andere in der Tarifrunde 2026 ihre ersten gewerkschaftlichen Erfahrungen gemacht. Sowohl in unseren Vorerfahrungen, als auch in bestimmten inhaltlichen Standpunkten und individuellen thematischen Schwerpunkten sind wir verschieden.
Was uns eint, ist die Überzeugung: Eine starke Gewerkschaft im Betrieb und ein starker Betriebsrat sollten Hand in Hand gehen.
Deine Stimme zählt!
